Veganes Restaurant Hamburg: Das Tassajara und fast 50 Jahre gelebte pflanzliche Genusskultur

Ein veganes Restaurant in Hamburg mit einer echten Geschichte ist eine Seltenheit.
Das Tassajara in Hamburg-Eppendorf zählt zu diesen besonderen Ausnahmen.
Seit fast fünf Jahrzehnten steht das familiengeführte Restaurant für vegetarische
und vegane Küche – lange bevor Begriffe wie „vegan“, „plant-based“ oder
„Meat Alternatives“ im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert waren.

Wie kürzlich auch die Hamburger Morgenpost berichtete, ist das Tassajara weit mehr
als ein klassisches Restaurant. Es ist ein Ort gelebter Überzeugung,
kulinarischer Vielfalt und nachhaltiger Esskultur, der die Entwicklung
pflanzlicher Küche in Hamburg maßgeblich mitgeprägt hat.

Pionierarbeit für die vegane Küche in Hamburg

Karamjit Singh Witzorek kocht seit 1976 in Hamburg vegetarisch und vegan.
Zunächst im Restaurant „Golden Temple“ am Eppendorfer Baum, später im heutigen
Tassajara in der Eppendorfer Landstraße. Gemeinsam mit seiner Frau Martina und
SohnKevin Singh führt er das Restaurant bis heute als Familienbetrieb.

„Vegetarische Ernährung ist Teil unserer Identität“, erklärt Kevin Singh Witzorek
gegenüber der MOPO. Die familiären Wurzeln liegen im indischen Punjab – einer
Region, in der fleischlose Küche seit Jahrhunderten Tradition hat. Vegane
Gerichte standen daher schon immer auf der Speisekarte, auch zu Zeiten, als der
Begriff „vegan“ kaum bekannt war. Intern sprach man schlicht von „OMP“ – ohne
Milchprodukte.

Kulinarische Weltreise mit pflanzlichem Fokus

Das stilvolle Tassajara lädt seine Gäste zu einer kulinarischen Reise um die Welt ein.
Deutsche Klassiker wie Königsberger Klopse finden sich ebenso auf der Karte wie
japanisch inspirierte Gerichte mit Tofu und Sake oder mexikanische Enchiladas.
Einen besonderen Schwerpunkt bilden indisch-ayurvedische Speisen, verfeinert
mit Gewürzen wie Kurkuma und Ingwer.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, klassische Fleischgerichte zu imitieren.
„Wir wollen eigenständige Gerichte entwickeln und den kulinarischen Horizont
erweitern“, so Kevin Singh Witzorek. Gesundheitliche Aspekte spielen dabei eine
zentrale Rolle. Raffinierten Zucker und Weißmehl sucht man im Tassajara bewusst
vergeblich. Stattdessen kommen alte Getreidesorten, Hülsenfrüchte und
hochwertige pflanzliche Zutaten zum Einsatz.

Veganes Weihnachtsmenü mit Haltung und Tiefe

Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Tassajara zuletzt durch ein veganes
Weihnachtsmenü, das in der Hamburg Morgenpost vorgestellt wurde.
Während Gans oder Ente traditionell die Festtage prägen, setzt das vegane
Restaurant Hamburg bewusst auf pflanzliche Alternativen.

Das Drei-Gänge-Menü besteht aus einer Butternusskürbis-Orangensuppe,
gegrilltem Seitan auf Senf-Oregano-Sauce mit Pilz-Kartoffelpüree und
Pflaumen-Rotkohl sowie Apfelringen auf Marzipancreme mit Mandelcrunch.

Der Seitan steht dabei nicht als Fleischersatz im Vordergrund, sondern wird
gezielt als hochwertige pflanzliche Eiweißquelle eingesetzt. Sein Ursprung
reicht bis zu buddhistischen Mönchen vor rund 1000 Jahren zurück – ein
historischer Bezug, der die Philosophie des Hauses widerspiegelt.

Erfahrung, Leidenschaft und Authentizität

Auch nach fast 50 Jahren steht Karamjit Singh Witzorek noch regelmäßig selbst
in der Küche. „Es macht mir einfach Spaß“, sagt er. Diese Haltung prägt das
Tassajara bis heute und macht es zu einem der authentischsten Orte für
vegetarische und vegane Küche in der Stadt.

Wer ein vegane Restaurant Hamburg sucht, das nicht jedem Trend
hinterherläuft, sondern pflanzliche Küche seit Jahrzehnten mit Überzeugung
lebt, findet im Tassajara einen echten Klassiker mit Zukunft.